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Mrz

*Update* Oscars are go!

Da gab es schon keine besonderen Überraschungen und trotzdem lag ich mit meinen wenigen Abweichungen komplett falsch. Wie erwartet war The Hurt Locker der große Sieger und im Großen und Ganzen sind die Entscheidungen für mich auch in Ordnung. Nur ein paar Anmerkungen: Sandra Bullock als beste Hauptdarstellerin? Wohl eher ein Preis für den erfolgreichsten weiblichen Filmstar 2009 und ein Kniefall vor einer konservativen Filmklientel: Ähnlich wie Twilight bediente The Blind Side den Wunsch nach Ordnung, Aufrichtigkeit und Respekt in einer von ironiegeprägten Medienwelt. Ärgerlich dagegen der Kamera-Oscar für Avatar. Was bitte schön war daran preisverdächtig oder anders ausgedrückt: Was wurde hier vom Kameramann Mauro Fiore wirklich gefilmt und nicht am Computer entworfen?

Ein dickes Lob noch an den Kollegen vom Awardian, der mir in der Nacht vor den Oscars den Gewinner des besten fremdsprachigen Films exakt ankündigte. Ansonsten: fett und kursiv alle “echten” Gewinner.

The Hurt Locker vs. Avatar. Kathryn Bigelow vs. James Cameron. David vs. Goliath. Gleich vorweg: Es ist nur eine Auswahl und bei The Hurt Locker ignoriere ich einfach mal den deutschen Titel Tödliches Kommando. Hier meine persönlichen Oscar-Tipps:

Bester Film: The Hurt Locker

Ein Film, der nichts beschönigt und keine Moralpredigten hält. Trotzdem zeigt er eindrucksvoll, was Krieg aus einem Menschen machen kann.

Nominiert sind:

Avatar
The Blind Side
District 9
An Education
The Hurt Locker
Inglourious Basterds
Precious: Based on the Noval “Push” by Sapphire
A Serious Man
Up
Up in the Air

Beste Regie: Kathryn Bigelow (The Hurt Locker)

Entweder sie oder ihr Ex-Mann Cameron. Hat überhaupt schon mal eine Frau gewonnen?

Nominiert sind:

James Cameron (Avatar)
Kathryn Bigelow (The Hurt Locker)
Quentin Tarantino (Inglourious Basterds)
Lee Daniels (Precious)
Jason Reitman (Up in the Air)

Bester Hauptdarsteller: Jeff Bridges (Crazy Heart)

Ok, die Konkurrenz ist nicht allzu groß. Außerdem ist Bridges genau in dem richtigen Alter (60), um nicht nur für seine Darstellung als versoffener Country-Sänger belohnt zuwerden, sondern auch für seine ganze Karriere. Ersatz für den Lebenswerk-Oscar.

Nominiert sind:

Jeff Bridges (Crazy Hearts)
George Clooney (Up in the Air)
Colin Firth (A Single Man)
Morgan Freeman (Invictus)
Jeremy Renner (The Hurt Locker)

Beste Hauptdarstellerin: Gabourey Sidibe (Precious)

Für die meisten ist Sandra Bullock der Favorit. Aber ich glaube dieses Mal wird die Jugend siegen: Gabourey Sidibe oder Carey Mulligan. Von der jungen Engländerin Mulligan wird man in den nächsten Jahren noch viel hören, aber für Gabourey Sidibe ist es die Rolle ihres Lebens.

Nominiert sind:

Sandra Bullock (The Blind Side)
Helen Mirren (The Last Station)
Carey Mulligan (An Education)
Gabourey Sidibe (Precious)
Meryl Streep (Julie & Julia)

Bester Nebendarsteller: Christoph Waltz (Inglorious Basterds)

Der sicherste Oscar des Jahres. Keine weiteren Kommentare nötig.

Nominiert sind:

Matt Damon (Invictus)
Woody Harrelson (The Messenger)
Christopher Plummer (The Last Station)
Stanley Tucci (The Lovely Bones)
Christoph Waltz (Inglourious Basterds)

Beste Nebendarstellerin:  Mo’nique (Precious)

Einfach nur geraten.

Nominiert sind:

Penelope Cruz (Nine)
Vera Farmiga (Up in the Air)
Maggie Gyllenhaal (Crazy Hearts)
Anna Kendrick (Up in the Air)
Mo’Nique (Precious)

Bestes Original Drehbuch: Quentin Tarantino (Inglorious Basterds)

Für Historiker eine Katastrophe. Aber diese Dialoge. Dieser Anfang. Dieses Ende. Mehr Kino geht nicht.

Nominiert sind:

Mark Boal (The Hurt Locker)
Quentin Tarantino (Inglourious Basterds)
Alessandro Camon, Oren Moverman (The Messenger)
Joel Coen, Ethan Coen (A Serious Man)
Bob Peterson, Pete Docter, Thomas McCarthy (Up)

Bestes adaptiertes Drehbuch: Nick Hornby (An Education)

Eine tolle Story -pointiert, sensibel, authentisch.

Nominiert sind:

Neill Blomkamp, Terri Tatchell (District 9)
Nick Hornby (An Education)
Jesse Armstrong, Simon Blackwell, Armando Iannucci, Tony Roche (In the Loop)
Geoffrey Fletcher (Precious)
Jason Reitman, Sheldon Turner (Up in the Air)

Bester fremdsprachiger Film: Das weiße Band

Ein Wettkampf zwischen dem Propheten und Haneke. Meine Entscheidung fällt aus rein patriotischen Gründen.

Nominiert sind:

Ajami
El secreto de sus ojos
The Milk of Sorrow
Un Prophète
Das weiße Band

Bester Animationsfilm: Up

Allein für die Plotidee und diesen grandiosen Anfang hat der Film den Preis verdient. Dagegen wird Mr. Fox der Academy zu schräg und Coraline zu düster sein.

Coraline
Fantastic Mr. Fox
The Princess and the Frog
The Secret of Kells
Up

Beste Kamera: Barry Ackroyd (The Hurt Locker)

Die perfekte Kombination zwischen sensiblen Momentaufnahmen und hektischem Dokumentarstil.

Mauro Fiore (Avatar)
Bruno Delbonnel (Harry Potter and the Half-Blood Prince)
Barry Ackroyd (The Hurt Locker)
Robert Richardson (Inglourious Basterds)
Christian Berger (Das weiße Band)

Bester Schnitt: Bob Murawski, Chris Innis (The Hurt Locker)

s. Beste Kamera. In diesem Jahr gab es keinen Film, der so virtuos zwischen Action und Psychostudie jonglierte.

Stephen E. Rivkin, John Refoua, James Cameron (Avatar)
Julian Clarke (District 9)
Bob Murawski, Chris Innis (The Hurt Locker)
Sally Menke (Inglourious Basterds)
Joe Klotz (Precious)

Visuelle Effekte: Joe Letteri, Stephen Rosenbaum, Richard Baneham, Andy Jones (Avatar)

Diesen und ein paar Technik-Oscars gestehe ich dem Film zu.

Nominiert sind:

Joe Letteri, Stephen Rosenbaum, Richard Baneham, Andy Jones (Avatar)
Dan Kaufman, Peter Muyzers, Robert Habros, Matt Aitken (District 9)
Roger Guyett, Russell Earl, Paul Kavanagh, Burt Dalton (Star Trek)

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